Ausgangssituation

Ausgangssituation

XXL-Produkte bestehen aus einer großen Anzahl an Bauteilen, die in der Regel mit unterschiedlichen Fertigungstechnologien in Unikat- bzw. Kleinserienfertigung hergestellt werden. Um diese Produktkomplexität zu beherrschen, sind an der Herstellung viele Unternehmen beteiligt, die sich auf Basis ihrer Kernkompetenzen zu einem Produktionsnetzwerk zusammenschließen.

Die Fertigung der Produkte ist durch oft kurzfristige Änderungen der Kundenanforderungen (z. B. Liefertermine, Produkteigenschaften) gekennzeichnet. Dies erfordert häufig Modifzierungen der logistischen Prozesse. So müssen beispielsweise zusätzliche Lagerstufen eingeplant werden oder weitere Fertigungsprozesse erfolgen. Um eine hohe Logistikleistung sicherzustellen, ist ein hohes Maß an logistischer Reaktionsfähigkeit notwendig. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zeichen sich durch ihre häufig hoch spezialisierten Fertigungstechnologien und ihre übersichtlichen Unternehmensstrukturen aus. Dadurch können sie schnell auf technologische Anpassungen im Produkt reagieren. Dennoch werden sie häufig den damit verbundenen logistischen Anpassungen nicht gerecht, da die Logistikprozesse nur unzureichend betrachtet werden.

Aufgrund des hohen Abstimmungs- und Koordinationsbedarfs sind eine hohe logistische Reaktions- und Leistungsfähigkeit bei der Kooperation in Netzwerken unabdingbar. Damit sich Kooperationen zwischen KMU entwickeln können, ist eine Beschreibung der logistischen Leistungsfähigkeit (logistischer Reifegrad) erforderlich. Dieser beschreibt die Reife einer Organisation vom Grundzustand bis zu einem Prozess- und Technologieveränderungsmanagement. Zur Steigerung des logistischen Reifegrades von KMU eignet sich der Reifegrad zur Übertragung auf die Logistik in Netzwerken.